Schwerlast-Rettungswagen neu in Schleswig-Holstein


Seit Anfang Juni 2016 wird die Rettungsdienstlandschaft in Schleswig-Holstein um zwei Spezialfahrzeuge verstärkt. An den Standorten Rendsburg und Lübeck ist jeweils ein Schwerlast-Rettungswagen (S-RTW) stationiert

und zur Versorgung und zum Transport schwerge- wichtiger Patienten eingesetzt. Die Zahl der Übergewichtigen im Land steigt beständig und der Transport im normalen Rettungswagen wird damit zunehmend ein Problem.

Die beiden neuen S-RTW sind mit einer Ladebordwand ausgerüstet.

Service und interne Dienstleistungen.
Eine umfangreiche Sonderausstattung für schwere Patienten ergänzt die ansonsten identische Ausrüstung eines Standard- Rettungswagens. So werden zum Beispiel neben dem EKG-Monitor und De brillator oder dem modernen Beatmungsgerät ein Schwerlast-Gleittuch und ein Tragetuch mit extrem hoher Belastbarkeit sowie eine ext- rabreite Schleifkorbtrage mit Abseilgeschirr mitgeführt, um den Transport der bis zu 400 kg schweren Patienten zu ermöglichen. „Durch die dezentralen Stationierungen sind längere Anfahrtszeiten nicht ganz vermeid- bar. Die Erstversorgung ndet für jeden Patienten immer durch die örtlich zustän- digen Rettungsfahrzeuge im Rahmen der gesetzlichen Hilfsfrist statt.“ erklärt RKiSH- Pressesprecher Christian Mandel. „Der S-RTW kommt dann als optimales Fahrzeug für die sichere Beförderung der schweren Patienten zusätzlich zur Einsatzstelle.“
Die Konzeptionierung und Entwicklung des Schwerlast-RTW wurde in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Lübeck durchge- führt.
Das in der zweitgrößten Stadt des Lan-
des stationierte Fahrzeug wird primär die südöstlichen Teile des Landes Schleswig- Holstein im Fall des notwendigen Schwer- lastpatiententransportes bedienen, während das von Rendsburg aus eingesetzte Fahrzeug zeitlich günstig für den Norden und Nord- westen Schleswig-Holsteins steht.

„Wir wollen unsere Patienten nicht nur me- dizinisch sehr gut versorgen, sondern auch menschenwürdig und vor allem sicher trans- portieren.“ erklärt Michael Reis, Geschäfts- führer der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) gGmbH, die Notwendigkeit für den Einsatz der neuen Fahrzeuge.

Sowohl bei Notfalleinsätzen als auch bei Krankentransporten von adipösen Menschen werden die auf LKW-Basis der 7,5 t-Klasse gefertigten S-RTW eingesetzt. Die Besonder- heit der Sonderfahrzeuge liegt in der speziell für schwergewichtige Patienten ausgelegten Zusatzausstattung. Eine Ladebordwand am

Heck des LKWs mit einer Hubleistung von 1,5 t erleichtert den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern das Ein- und Ausladen der Trage.

„Die Patienten können deutlich bequemer auf der bis auf 91 cm verbreiterbaren Trage gelagert werden, als es beispielsweise in den normalen Rettungs- und Krankentrans- portwagen möglich ist. Aus ergonomischen Gründen wurde auch im S-RTW ein Tragen- system mit elektrohydraulischem Antrieb für die Hebe- und Senkvorgänge verbaut, um die Rückenbelastung der Rettungskräf- te weiter zu minimieren.“ so Jan Noelle, stellvertretender RKiSH-Abteilungsleiter